Der Fuhrpark

ex-Hagener Triebwagen (TW 81–88)

Zeichnung TW 86


Von den Innsbrucker Verkehrsbetrieben wurden 1976 sechsachsige DUEWAG-Zweichrichungstriebwagen – Baujahre 59 bis 61 – aus dem ehemaligen Straßenbahnbetrieb in Hagen (Westfalen, Deutschland) gekauft, erhielten das Innsbrucker rot-beige Farbschema und kamen im städtischen Netz sowie auf der Mittelgebirgsbahn zum Einsatz. Durch Mittelteile aus ex-Bielefelder Fahrzeugen konnten die Hagener Triebwagen auf achtachsige Fahrzeuge verlängert und 1983 an die Stubaitalbahn A. G. zur Umstellung verkauft werden.
Anfang der 1990er Jahre wurden die DUEWAG-Fahrzeuge von Bombardier in Wien umgebaut. Sie bekamen z. B. ein Zugspitzsignal und Federspeicher-Bremsen. Einer der Wagen wurde als Ersatzteilspender abgestellt, vier der sieben verbleibenden Wagen erhielten einen weißen Lack.

Motorisiert sind die Fahrzeuge mit zwei je 100 kW (ca. 136 PS) starken Gleichstrommotoren, die auf der Stubaitalbahn mit 850 V betrieben werden. Die Stromversorgung erfolgt durch Halbscherenstromabnehmer.
Die Zeichnung (W. Lutterotti) oben zeigt TW 86 im derzeitigen Design; er behielt das Innsbrucker rot-beige Aussehen (zum Vergößern anklicken).

Triebwagen 88 bei Brandeck

Triebwagen 86 in Fulpmes


Wechselstrom-Triebwagen (TW 1–3, 4)

Zeichnung TW 1


Zur Eröffnung der Stubaitalbahn 1904 wurden drei Wechselstromtriebwagen beschafft. Die von den Grazer Waggonfabrik sowie der AEG-Union gebauten Wagen stellten eine technische Revolution dar – der Einsatz von hochfrequentem Wechselstrom war eine absolute Prämiere. Ein Jahr später wurde ein weiterer, sich äußerlich leicht unterscheidender, Triebwagen geliefert.
Ursprünglich waren die mit Holz verlatteten Triebwagen in einem braun-weißen Design gehalten, hatten einen Dachscheinwerfen und Lyrabügel. Das Aussehen unterlag im Laufe der Zeit einigen Veränderungen, so wurde u. a. der Dachscheinwerfen gegen einen Mittelscheinwerfer ersetzt, später durch ein zweilaterniges Signal. In den 1950ern wurde die Farbe auf das in Innsbruck übliche Rot geändert. Weiters erhielten die Triebwagen in den 1960er Jahren einen Halbscherenstromabnehmer.

Wie erwähnt, stellten diese Triebwagen eine technische Revolution dar. Die ersten verbauten Motoren – pro Wagen vier Stück Winter-Eichberg-Wechselstrommotoren – leisteten zusammen 87 kW (ca. 160 PS) und wurden mit 2.500 V Wechselstrom mit einer Frequenz von 42,5 Hz betrieben. Das Auftreten von Bürstenfeuern erhöhte den Verschleiß an Isolationsmaterial enorm. Ca. 20 Jahre nach der Eröffnung wurden die Motoren durch neue Winter-Eichberg-2-Motoren ersetzt, die eine Gesamtleistung von 148 kW (200 PS) aufbrachten, und der Fahrstrom auf 3.000 V bei 50 Hz geändert. Die erhoffte Verbesserung blieb jedoch aus.
Die Triebwagen hatten ursprünglich einen Achskompressor für die vorhandene Druckluftbremse, der später durch einen elektrischen Kompressor ersetzt wurde. Der Triebwagen 3 wurde bei einem Unfall schwer beschädigt, wurde jedoch in Hinblick auf die Umstellung nicht mehr renoviert sondern abgetragen.

Im Jahr 1983 wurde die Stubaitalbahn auf Gleichstrombetrieb umgestellt, wodurch die alten Triebwagen unbrauchbar wurden. Sie wurden von den damals neu gegründeten Tiroler MuseumsBahnen übernommen.
Den Letztzustand bei der Umstellung 1983 zeigt die Zeichnung (W. Lutterotti) oben.


Stubaier Beiwagen (BW 11–17)

Ebenfalls zur Eröffnung beschaffte die Aktiengesellschaft Stubaitalbahn sechs sehr geräumige Beiwagen. Die von der Grazer Waggonfabrik gebauten Fahrzeuge waren bei der Auslieferung vollständig mit Holz verkleidet und im selben braun-weißen Design gehalten, wie die Triebwagen. In den 1960er-Jahren wurde der gesamte Aufbau der Beiwagen erneuert und durch einen verblechten ersetzt. Auch die Farbe änderte sich zum typischen Rot.
Der Beiwagen mit der Nummer 17 wurde in Innsbruck aus vorhandenen Ersatzteilen Ende der 1960er-Jahre komplett neu aufgebaut.

Die Beiwagen waren sowie die Triebwagen von Beginn an mit einer Luftdruckbremse sowie einer elektrischen Beleuchtung ausgestattet. In einem Wagen fanden die Fahrgäste auf 36 Sitz- und 27 Stehplätzen Platz.

Das gleiche Schicksal wie die Triebwagen ereilte auch die Beiwagen und sie wurden 1983 bei der Umstellung auf Gleichstrom abgestellt. Sie gingen an die Bregenzerwaldbahn und die Nostalgiebahnen in Kärnten. BW 14 blieb in Innsbruck bei den Tiroler MuseumsBahnen und dient dort zur Zeit als Cafe für die Besucher der Museumsremise.


Stubaier Güterwagen (21–37)

Da die Stubaitalbahn vor allem auch für den Güterverkehr gebaut worden ist, sind im Laufe der Zeit einige Güterwagen angeschafft worden. Hier ein kurzer Überblick:

Zweiachsige Niederbord-Güterwagen (21–22)

Beschafft wurden diese zwei Loren gleich zur Eröffnung 1904 für den Güterverkehr in und aus dem Stubaital. Schon bald jedoch flachte diese Einnahme der A.G.St.B. ab.
Viele Innsbrucker werden sich jedoch noch an diese Fahrzeuge erinnern. Oftmals wurden sie für den Transport der Schi im Winter eingesetzt.

Auch diese Loren wurden bereits mit Druckluftbremse ausgeliefert, weiters war ein Bremsersitz vorhanden. Der GW 21 fand bei den Kärntner Museumsbahnen eine neue Heimat, während GW 22 noch lange in Innsbruck im Einsatz blieb, bis er bei den Tiroler MuseumsBahnen restauriert wurde und dort zu besichtigen ist.

Dreiachsige Niederbord-Güterwagen (23–24)