Die Gegenwart der Stubaitalbahn

Wagen 88 im Bahnhof Fulpmes

Seit dem 2. Juni 1983 wird die Stuaitalbahn mit sieben (vormals acht) Fahrzeugen aus dem ehemaligen Straßenbahnbetrieb in Hagen betrieben; sie tragen die Nummern 81 bis 86 sowie 88. In die original sechsachsigen Fahrzeuge wurden Mittelteile aus ehemaligen Bielefelder Straßenbahnen eingebaut und somit zu Achtachsern erweitert. Die dadurch entstandenen „kurzen“ Bielefelder versehen bis heute in der Innsbrucker Innenstadt ihren Dienst. In den Jahren 1990 bis 1992 kam es zu einer Modernisierung der Wagen. Zu diesem Zweck wurden die Fahrzeuge der Reihe nach zur Firma Bobardier-Rotex in Wien geschickt. Dass die Fahrzeuge mit der Steigung auf der Stubaitalbahn zurecht kommen, war durch den erfolgreichen Einsatz auf der Linie 6 nach Igls bereits erprobt. Wagen 87 wurde vor einigen Jahren abgestellt, da für die alten Wagen kaum noch Ersatzteile erhältlich waren und man diesen nun ausschlachtet.

Mit dem Tag der Umstellung wurde auch das Stromsystem von 2.500 Volt, 50 Hz Wechselstrom auf 800 V Gleichstrom geändert, um die Hagener Fahzeuge benutzen zu können. Die Einspeisung in den Fahrdraht erfolgt in Innsbruck, Mutters, Kreith und Telfes bei den dort befindlichen Unterwerken.

Die Stubaitalbahn verkehrt im 50-Minuten-Takt, der dadurch entstehende Fahrplan sieht die planmäßigen Kreuzungen in den Haltestellen Hölltal sowie Telfer Wiesen vor. Bei Einschüben, Sonder- bzw Bauzügen oder Verspätungen wird auch in den anderen Haltestellen im Ausweichen (von Innsbruck: Sonnenburgerhof, Mutters, Feldeler, Kreith, Luimes, Tefes) gekreuzt. Die zweigleisigen Bahnhöfe werden in der Regel im Linksverkehr durchfahren und sind mit sogenannten „Rückfallweichen“ ausgestattet. Sie haben eine definierte Grundstellung, schnappen jedoch zurück, wenn sie aufgeschnitten werden. Ferner besitzt der Bahnhof Telfes noch ein Relikt aus früher Zeit: Ein Verladegleis. Der Bahnhof Fulpmes ist dreigleisig, wobei sich am Ende der Gleise 2 und 3 eine zweiständige Remise befindet, in der im Regelfall zwei Bahnen die Nacht verbringen.

Die Strecke ist sehr kurvenreich, da sie sich dem Gelände anschmiegt. Dadurch kommen 53 % der Strecke in Kurven zu liegen und die längste Gerade misst nur 270 m. Die größte Steigung beträgt 45 ‰ und der kleinste Bogenradius ist 40 m. Der höchste Punkt der Strecke ist kurz vor dem Bahnhof Telfes bei 1.006 m ü. NN.